Bei einem Trauerfall die richtigen Worte zu finden, ist für die meisten Menschen eine schwierige Aufgabe. Geht es um einen Todesfall in der Familie oder bei Freunden, wird man die Anteilnahme sicher persönlich ausdrücken. Trauerkarten kommen also eher zum Einsatz bei Menschen, die man mehr oder weniger gut kennt. Was die Aufgabe nicht einfacher macht. Doch solche Botschaften sind für den Trauernden wertvoll, sie helfen, besser mit dem Verlust zurechtzukommen. In diesem Artikel findest du zehn Tipps und Anregungen, die Dir dabei helfen, einen persönlichen und einfühlsamen Trauerkarten Text zu formulieren.

 

Tipp 1: Die richtige Verwendung der Trauerkarte

Trauerkarten können als Reaktion auf eine Todesanzeige oder eine persönliche Nachricht über einen Todesfall versendet werden. Sie sind als Beileidsbekundungen bei den Hinterbliebenen meist willkommener, als etwa ein Anruf oder gar ein Besuch. Denn in der emotional aufgewühlten Situation suchen Trauernde meist eher die Ruhe. Aber Trauerkarten können auch einem Kranz oder Blumengebinde beigelegt werden. Will man eine Karte bei einer Beerdigung persönlich übergeben, zum Beispiel, weil ein Geldgeschenk damit verbunden wird, sollte man sich vorher vergewissern, dass das auch so gewünscht ist. Oft gibt es einen Ort, wo solche Karten oder andere Aufmerksamkeiten abgelegt werden sollen, damit die Angehörigen sich nicht darum kümmern müssen.

 

Tipp 2: Die Auswahl der Trauerkarte

Wie bei jeder Karte sollte man auch hier eine Wahl treffen, die dem Empfänger gefallen könnte. Natürlich freut sich kein Trauernder über eine schöne Karte – aber sie darf ihm auch nicht unangenehm sein. Wichtigster Punkt: Falls man nicht weiß, ob der Empfänger religiös ist oder nicht, sollte man zumindest versuchen, es herauszufinden. Schickt man einem nicht religiösen Menschen eine Beileidskarte mit einem Kreuz – oder einem Juden, Muslim oder Buddhisten – ist das ein echter Fauxpas. Weiß man es nicht mit Sicherheit, ist eine neutral gestaltete Trauerkarte die bessere Wahl.

 

Tipp 3: Mut zur Handschrift beim Trauerkarten schreiben

Trauerkarten gehören zu den wenigen Anlässen, bei denen ein handschriftlicher Text unbedingt nötig ist. Auch wenn beispielsweise ein Einlegeblatt dazu verlockt, es per Computer zu beschriften. Neben der Sorge um eine vielleicht unleserliche Handschrift hat man oft Angst vor Fehlern oder befürchtet, sich zu verschreiben. Es hilft, den Trauerkarten Text vorab auf einem separaten Blatt aufzuschreiben und dann zu übertragen. Und für den Fall der Fälle noch eine zweite Karte in Reserve zu haben.

 
 

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Tipp 4: Beileidskartentexte und die richtige Sprache

Generell neigt man bei schriftlichen Formulierungen zu einer ganz anderen Sprache, als in der direkten Kommunikation mit Menschen. Die Sprache wird steifer, formaler, man verwendet Worte, die normalerweise nicht zum eigenen Sprachschatz gehören. Ein guter Weg, beim Formulieren von Beileidskarten Texten eine authentische Sprache zu finden ist, sich vorzustellen, die Worte tatsächlich zu jemandem zu sagen. Oder sie wirklich laut auszusprechen.

 

Tipp 5: Distanz wahren im Trauerkarten Text

Wenn man einen Menschen nicht gut oder gar nicht persönlich kannte, beispielsweise, weil es ein Verwandter eines Kollegen ist, sollte man auch die Formulierungen in der Beileidsbekundung neutral halten. Mutmaßungen über die Schwere des Verlustes, das Ausmaß der Trauer sind hier fehl am Platz. Man sollte sich beim Trauerkarten Text darauf beschränken, sein Mitgefühl ausdrücken.

 

Tipp 6: Nicht in Floskeln flüchten

Wenn die eigenen Worte fehlen, fallen einem oft Sätze ein, die man irgendwo schon mal gehört hat. Leider haben das auch viele andere getan – und vermutlich auch die Trauernden. Wie „tragisch“ der Verlust ist, können Außenstehende vermutlich nicht beurteilen. Ebenso, ob die Zeit wirklich diese Wunde heilen kann. Und für manchen Menschen geht das Leben, das er kennt, eben nicht mehr weiter, wenn ein geliebter Mensch stirbt.

 

Tipp 7: Nach einer persönlichen Verbindung suchen

Der erste Schritt zu einem persönlichen Trauertext ist die Suche nach dem, was einen mit dem Verstorbenen verbindet. War es Freundschaft, kann man die Bedeutung dieser Freundschaft würdigen. Gab es gemeinsame Interessen, kann man sich an bestimmte Erlebnisse erinnern. Sind es Charaktereigenschaften, wie Humor, Zuverlässigkeit, Fürsorglichkeit etc., ist das ein gutes Thema. Besonders die Erinnerung an Gespräche über diese Gemeinsamkeiten sind eine schöne Idee.

 
 

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Tipp 8: Einfühlsamkeit zeigen

Sich vorzustellen, was der Tod eines Menschen für den Hinterbliebenen bedeutet, ist nicht einfach. Was war er für ihn oder sie? War er als Vater jederzeit der ruhende Pol der Familie? Hat er als Freund stets geholfen, wenn seine Hilfe gebraucht wurde? Hat die Großmutter mit ihrer Lebenserfahrung immer einen weisen Rat geben können? Diese Einsichten dann in die Trauerkarte zu formulieren, machen die Anteilnahme wirklich persönlich.

 

Tipp 9: Trauersprüche und Texte für Trauerkarten finden

Wenn wirklich die Worte fehlen, um die eigene Trauer auszudrücken oder man sich einfach nicht vorstellen kann, wie der andere sich fühlen mag, ist es in Ordnung, das auch zu schreiben. Eine Alternative ist, sich im Internet oder in entsprechenden Büchern Trauersprüche und Texte für Trauerkarten zu suchen. Die Wahl sollte man aber mit Bedacht treffen: Es geht in einer Trauerkarte nicht darum, irgendetwas zu sagen, der Trauer Spruch sollte im besten Fall das ausdrücken, was man selbst nicht in Worte fassen konnte.

 

Tipp 10: Schlusssätze in einer Trauerkarte

Trauernde sind in einer sehr sensiblen Situation, Fassungslosigkeit und Sprachlosigkeit machen es ihnen oft unmöglich, um Hilfe zu bitten, die sie im Moment vielleicht selbst für alltägliche Dinge benötigen. Auch wenn man den Trauernden nicht sehr gut kennt, kann man zum Abschluss Hilfe anbieten. Natürlich nur, wenn es keine Floskel ist, sondern ernst gemeint.

Möchte man auch hier auf Formeln wie „Aufrichtige Anteilnahme“ oder „Herzliches Beileid“ verzichten, sollte man ausdrücken, was man dem Trauernden in dieser Zeit am meisten wünscht, zum Beispiel: „Kraft, mit dem Verlust fertig zu werden“, „Zuversicht, dass nach der Trauer auch wieder gute Tage kommen.“ Wichtig ist auch hier, Sätze zu wählen, mit denen man sich identifizieren kann.

Selbst wenn es eine schwierige Aufgabe ist, vielleicht auch, weil man selbst bestürzt und traurig über einen Todesfall ist: Das Gefühl, dass in einer so schwierigen Situation viele Menschen an einen gedacht und dieses Mitgefühl in Worte gefasst haben, ist wirklich ein Trost für die Hinterbliebenen.