Die Taufe eines Kindes gehört zu den schönsten Familienfesten und zu den kostbarsten Tagen im Leben von Eltern und Großeltern. Auch wenn die Neugeborenen heute ihren Namen offiziell unmittelbar nach der Geburt erhalten, so wird der Name bei der Taufe vor Gott und in der Kirche vor der Gemeinde genannt. Das Baby erhält den Segen Gottes und wird in die Gemeinschaft der Gläubigen aufgenommen. Gleichzeitig wird bei der Taufe das Neugeborene allen Familienmitgliedern und der Kirchengemeinde vorgestellt. In den meisten Fällen findet das Fest der Taufe wenige Monate nach der Geburt statt. Da Mutter und Kind zu diesem Zeitpunkt noch viel Ruhe brauchen, sind Taufen meist kleine und eher intim gehaltene Familienfeste. Nach der religiösen Handlung in der Kirche trifft sich die Familie mit den Paten gemeinsam zu einem Essen in einem Restaurant. Manchmal werden die Feierlichkeiten auch noch mit einer Kaffeetafel weitergeführt. Aber es ist kein Fest, das in einer großen, rauschenden Party endet. Meist werden neben den Paten nur der engste Familienkreis und die besten Freunde zu einer Taufe eingeladen. Trotzdem freut sich die Familie natürlich über zahlreiche Grüße und Glückwünsche zur Taufe. Wer nicht geladen ist, sollte deshalb eine Taufkarte – eventuell mit Geschenk – rechtzeitig vor der Taufe mit der Post an die Familie des Kindes senden.

Nur: Was schreibt man in eine Taufkarte? Wem wird bei der Taufe eigentlich gratuliert? Den Eltern oder dem Kind? Was wünscht man dem Kind, und wie formuliert man diese Glückwünsche zur Taufe am besten? Dieser Leitfaden soll dabei helfen, die richtigen Worte beim Taufkarte schreiben zu finden.


Taufkarte schreiben und den Text strukturell richtig aufbauen

Traditionell erhalten die frisch gebackenen Eltern unmittelbar nach der Geburt des Kindes eine Glückwunschkarte. Bei der Taufe wird diese Form des Glückwunsches keinesfalls wiederholt, denn bei der Taufe gehen die Wünsche direkt an das Kind. Die Eltern werden die Taufkarten, Glückwünsche und Geschenke sorgsam aufbewahren und dem Kind überreichen, wenn es älter ist und das Geschriebene verstehen kann.

Beim Schreiben der Taufkarte ist die Beziehung zum Kind besonders wichtig. Ist es das Kind einer Freundin, einer Kollegin oder ist es sogar der eigene Enkel, die Nichte oder der Neffe? Besonders Großeltern sollten die Glückwünsche in der Taufkarte wesentlich persönlicher formulieren, als Freunde, Bekannte und Arbeitskollegen.

Wer den Eltern noch nicht zur Geburt gratulieren konnte, kann dies bei der Taufe natürlich nachholen und auch den Eltern eine Glückwunschkarte zur Taufe überreichen. Allerdings sollte diese Karte nur eine Zweitkarte sein oder zumindest einen direkten Gruß an den Täufling beinhalten. Hübsch ist eine Glückwunschkarte an die Eltern, der ein kleines Schreiben an das Kind beigelegt wird.

 

 
 

Die Anrede in einer Taufkarte

Das Kind wird in der Taufkarte oder im Grußbrief direkt angesprochen. In der Anrede kann bereits erwähnt werden, in welchem Verhältnis das Kind zu einem steht. Die Anrede kann neutral sein oder den Namen des Täuflings enthalten. Möglich wären folgende Anreden in der Taufkarte:

  • Meine liebe kleine Enkelin Marie, …
  • Liebe Marie, ...
  • Mein lieber Neffe Michael, …
  • Lieber, neuer Erdenbürger, …
  • Liebes Neugeborene, …
  • Lieber Täufling, …

 

Wenn die Eltern in der Andrede der Taufkarte miteingebunden werden sollen, kann man folgendes schreiben:

  • Liebe Eltern und lieber kleiner Michael, …
  • Liebe Marie, lieber Thomas und lieber Michael, …

 

Taufsprüche und Glückwünsche zur Taufe in der Taufkarte

In einer Taufkarte, die direkt an den Täufling gerichtet ist, sollen dem Kind die besten Wünsche für das Leben mit auf dem Weg gegeben werden. Da die Taufe eine religiöse Handlung ist, enthalten Taufkarten fast immer auch religiöse Taufsprüche. Der Text einer Taufkarte besteht typischerweise aus zwei Teilen. Zur Einleitung werden die Wünsche für das Leben des kleinen Menschen persönlich formuliert. Abschließend gibt es eine Art Segensspruch, der ein Bibelzitat, ein kleines Gebet, aber auch ein weltlicher Spruch sein kann. Manche wählen auch ein kleines Gedicht.

Was man dem Kind wünscht, hängt natürlich von den Umständen und von der Familie ab. Grundsätzlich wünscht man allen Kindern auf dieser Welt natürlich ein glückliches und zufriedenes Leben. Je enger die Beziehung zu den Eltern des Täuflings ist, umso persönliche sollten die Glückwünsche zur Taufe formuliert werden. Nachfolgend einige Musterformulierungen mit Wünschen, Glückwünschen und Sprüchen zur Taufe:

  • Wir wünschen Dir ein glückliches Leben. Mögest Du immer von Liebe und Verständnis umgeben sein und auf Deinem Lebensweg alle Deine gesetzten Ziele erreichen.
  • Wir sind dankbar dafür, dass Du ein Teil unserer Familie geworden bist und wünschen Dir zu Deiner Heiligen Taufe alles Liebe und viel Glück für dein ganzes Leben.
  • Wir wünschen Dir alles Gute für Dein Leben. Fröhlichkeit und Glück sollen stets Deine Begleiter sein.
  • Wir wünschen Dir viel Fröhlichkeit, Spaß, Glück und dass Dich Dein Glaube an Gott immer begleiten möge.
  • Du sollst ein behütetes Leben ohne Sorgen und Kummer haben. Wir wünschen Dir, dass Gott und die Engel immer auf Dich aufpassen.
  • Möge Dein Schutzengel immer auf Dich aufpassen
  • Verliere nie Deine Träume, denn unsere Träume weisen uns den richtigen Weg.
  • Das Leben ist meist kein Tanz auf Rosen. Ich wünsche Dir, dass Dein Leben ein solcher Tanz wird. Glücklich und beschwingt.
 
Die Taufpaten werden dem Kind das ganze Leben lang besonders nahestehen und sollten sich deshalb einen sehr persönlichen Taufspruch ausdenken. Taufpaten gelten traditionell als Ersatzeltern. Sie werden von Mutter und Vater deshalb sorgsam ausgewählt. Nachfolgend einige besonders persönliche Taufsprüche für Taufpaten:
  • Als Deine Patentante wünsche ich Dir alles Glück dieser Erde. Mögest du den Weg des Glücks und der Freiheit finden. Ich verspreche Dir, dass ich immer für Dich da sein werde und Dich auf Deinem Lebensweg begleiten werde.
  • Ich wünsche Dir ein Leben voller Liebe und Glück und einen Freund, der immer für Dich da ist. Als Dein Patenonkel verspreche ich Dir, dass Du bei mir immer eine schützende Hand finden wirst. Schön, dass es Dich gibt!
  • Für mich ist eine große Ehre, Deine Patentante sein zu dürfen. Ich wünsche Dir ein Füllhorn voller Glückseligkeit und Freude. Ich werde alles dafür tun, damit Dein Lebensweg so zufrieden wie möglich verlaufen wird und freue mich, an Deinem Wachsen und Gedeihen teilhaben zu dürfen.

 

Die Wünsche können auch einen persönlichen Bezug zur Familie haben, auch wenn man damit vorsichtig sein sollte, da es sich hier meist um besondere Begabungen handelt. Es wird von manchen Leuten als "unfair" empfunden, einem Kind ein bestimmtes Talent zu wünschen, da es das Leben des Kindes erschweren kann. In einigen Familien kann es jedoch auch durchaus angebracht sein, dass dem Kind diese Wünsche mit auf dem Weg geben werden. Vor allem Großeltern können diese Art von Wünsche aussprechen. Der Taufspruch bzw. die Wünsche zur Taufe können dann wie folgt aussehen:

  • Wir wünschen Dir viel Glück in Deinem Leben, und dass Du die gleiche Bereicherung in der Musik finden wirst, wie dein Vater/Deine Mutter.
  • Wir wünschen Dir alles Glück dieser Erde und ein zufriedenes Leben. Mögest Du die gleiche Freude an der Natur empfinden, wie Deine Eltern und Deine Großeltern.

 

Bibelzitate, Gedichte und die Schlussformel

Unter den Wünschen wird die Karte meist mit einem Bibelzitat, einem kleinen Gedicht oder einem persönlichen Gruß abgeschlossen.

  • "Niemals werde ich dir meine Hilfe entziehen und dich nie im Stich lassen." (Josua 1, 5 b)
  • "Der Herr ist mein Hirte, mir wird an nichts mangeln" (Psalm 18, 31)
  • "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater denn durch mich" (Johannes 14, 6)
  • "Lasset uns einander lieben, denn er hat uns zuerst geliebt." (1. Johannesbrief 4, 19)

 

Wer lieber ein Gedicht wählen möchte, findet dafür zahlreiche Vorlagen. Am Ende steht unter allen Umständen ein herzlicher Gruß.

  • Das alles wünscht Dir Deine Tante Hilda
  • Diese Segenswünsche gibt Dir Deine Oma mit auf dem Weg
  • Das wünscht Dir Otto, der alte Schulfreund Deines Vaters. Wenn Du mal Hilfe brauchst, ruf mich an! Ich bin immer für dich da.
  • Mit herzlichen Grüßen von Monika, der guten Freundin Deiner Mama.