Trauerkarte schreiben: Aufbau, Mustertexte & Tipps für einfühlsame Worte
So findest du die richtigen Worte für deine Beileidskarte
Wenn ein Mensch stirbt, fehlen uns oft die Worte. Dabei kann eine handgeschriebene Trauerkarte den Hinterbliebenen echten Trost spenden – wenn sie von Herzen kommt. In diesem Ratgeber zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du eine Beileidskarte schreibst: vom richtigen Aufbau über einfühlsame Formulierungen bis hin zu kompletten Mustertexten für jede Beziehung.
01 Einführung
Trauerkarte schreiben:Warum handgeschriebene Worte so wichtig sind
Ein Mensch ist gestorben – und plötzlich fehlen die Worte. Die leere Karte liegt vor dir, der Stift in der Hand, und du weißt einfach nicht, wie du anfangen sollst. Dieses Gefühl kennen fast alle, die eine Trauerkarte schreiben möchten. Die gute Nachricht: Es gibt kein Richtig oder Falsch, solange deine Worte ehrlich gemeint sind.
Eine Trauerkarte – auch Beileidskarte oder Kondolenzkarte genannt – ist eine schriftliche Beileidsbekundung an die Hinterbliebenen eines Verstorbenen. Sie unterscheidet sich vom ausführlicheren Kondolenzschreiben durch ihre kürzere Form: In der Regel beschreibst du die Innenseite einer Klappkarte mit einigen persönlichen Zeilen. Trotz ihrer Kürze kann eine handgeschriebene Trauerkarte enormen Trost spenden.
Warum ist die handschriftliche Karte so besonders? Weil sie zeigt, dass du dir Zeit genommen hast. In einer Welt voller schneller Nachrichten ist eine persönlich geschriebene Beileidskarte ein Zeichen echter Anteilnahme. Die Hinterbliebenen können sie immer wieder zur Hand nehmen, sie in eine Erinnerungsbox legen oder an einem besonderen Ort aufbewahren – anders als eine flüchtige WhatsApp-Nachricht. Studien zur Trauerbegleitung zeigen: Schriftliche Beileidsbekundungen werden von Hinterbliebenen als besonders tröstlich empfunden, weil sie in den schweren ersten Wochen immer wieder gelesen werden können.
Dein Ziel beim Schreiben sollte sein: Den Trauernden zeigen, dass sie nicht allein sind und dass der Verstorbene nicht vergessen wird. Dabei geht es nicht um eloquente Formulierungen oder perfekte Worte – es geht um Aufrichtigkeit. Eine unbeholfene, aber ehrliche Karte ist tausendmal wertvoller als ein perfekt formulierter, aber unpersönlicher Text.
In diesem umfassenden Ratgeber führen wir dich Schritt für Schritt durch den Aufbau einer Trauerkarte – von der Anrede über persönliche Worte bis zur Grußformel. Du findest über zehn komplette Mustertexte für verschiedene Beziehungen, erfährst, wie du Geld in der Trauerkarte richtig beilegst, lernst, wann auch ein Beileid per WhatsApp angemessen sein kann, und bekommst Hilfe für besonders schwierige Situationen wie einen plötzlichen Todesfall, einen Suizid oder den Verlust eines Haustiers.
Was man tief in seinem Herzen besitzt, kann man nicht durch den Tod verlieren.
02 Aufbau
Aufbau einer Trauerkarte:Die 7 Bausteinefür deine Beileidskarte
Eine Trauerkarte folgt keinem starren Muster – und doch gibt es einen bewährten Aufbau, an dem du dich orientieren kannst. Diese Struktur hilft dir, nichts Wichtiges zu vergessen und gibt deinen Worten einen natürlichen Fluss. Nicht jeder Baustein muss in jeder Karte vorkommen: Eine kurze Karte an einen entfernten Bekannten enthält vielleicht nur drei oder vier Elemente, während eine persönliche Karte an einen engen Freund alle sieben nutzt.
Die folgende Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigt dir, wie du eine klassische Beileidskarte aufbaust. In den nächsten Abschnitten gehen wir auf jeden Baustein im Detail ein – mit konkreten Formulierungshilfen und Beispielen.
Ein wichtiger Hinweis vorab: Es gibt keinen festen Platz für jeden Baustein. Die Reihenfolge hier ist ein Vorschlag, kein Gesetz. Manche Menschen beginnen direkt mit der Anrede, andere setzen einen Trauerspruch darüber. Manche formulieren das Hilfsangebot mitten im Text, andere am Schluss. Entscheidend ist, dass dein Text authentisch klingt und natürlich fließt.
Nicht jede Karte braucht alle 7 Bausteine. Hier eine Orientierung: Für einen entfernten Bekannten reichen Anrede + Einstieg + Beileid + Grußformel (4 Bausteine). Für einen Freund ergänze persönliche Worte und ein Hilfsangebot (6 Bausteine). Für enge Familie oder den besten Freund nutze alle 7 Bausteine und schreibe so ausführlich, wie du möchtest.
Trauerspruch (optional)
Ein kurzes Zitat oder ein Spruch über der Anrede setzt den Ton der Karte. Beliebt sind Verse von Goethe, Bonhoeffer oder kurze Bibelstellen. Der Spruch steht abgesetzt vor der Anrede, oft kursiv oder in etwas kleinerer Schrift. Er kann auch entfallen – besonders bei sehr persönlichen Karten wirkt es manchmal authentischer, direkt mit eigenen Worten zu beginnen.
Persönliche Anrede
Sprich die Hinterbliebenen direkt an – je nach Nähe förmlich oder vertraut. Verwende den Vornamen, wenn du die Person so ansprichst, oder die förmliche Anrede bei weniger engem Kontakt.
Einstieg / Betroffenheit
Drücke deine Bestürzung aus. Erwähne, wie du vom Todesfall erfahren hast oder was du beim Erhalt der Nachricht empfunden hast. Dieser Einstieg zeigt, dass die Nachricht dich wirklich erreicht hat.
Persönliche Worte & Erinnerungen
Teile eine Erinnerung an den Verstorbenen oder hebe eine besondere Eigenschaft hervor. Das macht die Karte einzigartig und zeigt: Dieser Mensch hat Spuren hinterlassen.
Beileid & Mitgefühl
Drücke dein Mitgefühl explizit aus und versichere den Trauernden, dass sie nicht allein sind. Hier darfst du auch sagen, dass dir selbst die Worte fehlen – auch das ist eine Form von Anteilnahme.
Hilfsangebot (optional)
Biete konkrete Unterstützung an – aber nur, wenn du es ernst meinst. Ein konkretes Angebot wie „Ich bringe euch Freitag Essen vorbei“ ist wertvoller als ein vages „Melde dich bei Bedarf“.
Grußformel & Unterschrift
Schließe mit einer passenden Grußformel ab und unterschreibe handschriftlich mit deinem Namen. Die Grußformel sollte zum Ton der gesamten Karte passen – persönlich, freundschaftlich oder förmlich.
03 Anrede
Die richtige Anrede:Von förmlich bis persönlich
Die Anrede setzt den Ton für die gesamte Trauerkarte. Wie du die Hinterbliebenen ansprichst, hängt von deiner Beziehung zu ihnen ab. Grundregel: Je enger die Verbindung, desto persönlicher die Anrede. Im Zweifelsfall ist eine etwas förmlichere Variante immer die sichere Wahl.
Adressiere die Karte an die Person oder Personen, die du am besten kennst – nicht pauschal an „die Hinterbliebenen“. Wenn du die ganze Familie ansprechen möchtest, ist „Liebe Familie Müller“ eine gute Wahl. Die früher übliche Formulierung „An das Trauerhaus Müller“ gilt heute als veraltet und sollte nicht mehr verwendet werden.
Achte darauf, dass die Anrede in der Karte mit der Anschrift auf dem Umschlag übereinstimmt. Schreibst du „Liebe Sabine“ in der Karte, sollte auf dem Umschlag auch Sabine Müller stehen – nicht „Familie Müller“.
Ein häufiger Fehler: Die Anrede wird zu steif gewählt, obwohl man sich gut kennt. Wenn du die trauernde Person im Alltag duzt und mit Vornamen ansprichst, dann tue das auch in der Karte. Ein plötzliches „Sehr geehrte Frau Schneider“ wirkt distanziert, wenn du sonst „Hallo Petra“ sagst. Die Trauerkarte soll Nähe schaffen, nicht Distanz.
Enger Freund / enge Freundin
Liebe Sabine, / Mein lieber Thomas, / Liebste Anna,
Gute Bekannte / Verwandte
Liebe Familie Müller, / Liebe Monika, lieber Peter, / Liebe Tante Helga,
Nachbar / Bekanntschaft
Liebe Frau Schneider, / Lieber Herr Berger, / Liebe Nachbarn,
Förmlich / wenig Kontakt
Sehr geehrte Frau Hoffmann, / Sehr geehrte Familie Weber,
Mehrere Angehörige einzeln
Liebe Monika, lieber Peter, liebe Kinder,
An ein Paar (gleichgeschlechtlich)
Lieber Martin, lieber Stefan, / Liebe Anna, liebe Julia,
04 Einstieg
Den ersten Satz finden:Einstieg formulieren
Der Anfang ist für die meisten Menschen der schwierigste Teil. Die leere Karte kann einschüchternd wirken, und die Angst, etwas Falsches zu sagen, blockiert. Die gute Nachricht: Es gibt mehrere bewährte Wege, den Einstieg zu meistern.
Weg 1 – Deine persönliche Reaktion: Schildere, wie du vom Todesfall erfahren hast und was du empfunden hast. Diese ehrliche Reaktion zeigt den Hinterbliebenen, dass du wirklich betroffen bist. Scheue dich nicht, das Wort „Tod“ zu verwenden oder den Verstorbenen beim Namen zu nennen – beides ist angemessen und zeigt, dass du den Verlust nicht beschönigst.
Weg 2 – Trauerspruch als Eröffnung: Beginne mit einem Zitat über der Anrede. Ein gut gewählter Spruch kann Trost spenden und dir gleichzeitig den Einstieg erleichtern. Eine große Auswahl passender Sprüche findest du in unserem Trauerspruch-Finder mit über 120 Trauersprüchen.
Weg 3 – Direkt und schlicht: Manchmal ist der kürzeste Weg der beste. Ein einfaches „Ich bin so traurig“ oder „Mir fehlen die Worte“ ist ehrlicher als jede ausgefeilte Formulierung. Gerade bei engem Kontakt wirkt Schlichtheit authentischer als Eloquenz.
Persönlich-emotional
Wir haben heute vom Tod deines Vaters erfahren und sind einfach nur fassungslos und unendlich traurig.
Ruhig-gefasst
Die Nachricht vom Tod eurer Mutter hat mich tief berührt. Ich bin in Gedanken bei euch.
Bei plötzlichem Tod
Noch immer sprachlos über die unfassbare Nachricht schreibe ich dir diese Zeilen.
Bei langer Krankheit
Auch wenn wir wussten, dass Martins Kräfte schwanden, trifft uns sein Tod sehr. Wir haben bis zuletzt gehofft.
Verstorbenen nicht persönlich gekannt
Auch wenn ich deinen Vater persönlich nicht kennenlernen durfte, spüre ich, wie schmerzlich dieser Verlust für dich ist.
Religiöser Einstieg
In tiefer Trauer und im Vertrauen darauf, dass Gott eure Mutter nun in seinen Armen hält, schreibe ich euch diese Zeilen.
Verspätet vom Tod erfahren
Erst heute habe ich von Georgs Tod erfahren. Ich bin erschüttert, dass ich euch in den letzten Wochen nicht beistehen konnte – bitte verzeiht die späten Worte.
Wenn die Worte fehlen (ehrlich)
Ich sitze vor dieser leeren Karte und weiß nicht, wo ich anfangen soll. Worte fühlen sich so klein an angesichts eures Verlustes – und trotzdem möchte ich, dass ihr wisst: Ich bin bei euch.
Gemeinsame Betroffenheit (als Paar/Familie)
Als wir gestern Abend von Ingrids Tod erfahren haben, saßen wir lange schweigend zusammen. Uns alle verbindet die Trauer um einen Menschen, der in unserem Leben eine besondere Rolle gespielt hat.
Bei Tod eines jungen Menschen
Ich kann es nicht fassen. Lena war so voller Pläne, so voller Leben – dass sie nicht mehr da sein soll, fühlt sich einfach nur falsch und unfassbar ungerecht an.
Vermeide Floskeln wie „Ich weiß, wie du dich fühlst“ – denn das kannst du nicht wirklich wissen. Ehrlicher ist: „Ich kann mir kaum vorstellen, wie schwer das für dich sein muss.“ Vermeide auch „Er hat es hinter sich“ oder „Sie ist erlöst“ – selbst bei einer langen Krankheit empfinden viele Hinterbliebene solche Sätze als schmerzhaft.
05 Persönliche Worte
Persönliche Worte:Erinnerungen teilen und Trost spenden
Dieser Teil macht den Unterschied zwischen einer austauschbaren Beileidsbekundung und einer Karte, die wirklich berührt. Wenn du den Verstorbenen persönlich gekannt hast, teile eine konkrete Erinnerung oder hebe eine besondere Eigenschaft hervor. Das zeigt den Hinterbliebenen: Dieser Mensch war nicht vergessen – er hat Spuren hinterlassen.
Du musst keine großen Worte finden. Oft sind es gerade die kleinen, alltäglichen Erinnerungen, die am meisten berühren: das gemeinsame Kaffeetrinken, sein ansteckendes Lachen, ihre Hilfsbereitschaft bei der letzten Gartenarbeit. Solche Details zeigen, dass du den Verstorbenen wirklich wahrgenommen hast. Die Hinterbliebenen erfahren so vielleicht sogar Geschichten, die sie noch nicht kannten – und das ist ein wertvolles Geschenk.
Wenn du den Verstorbenen nicht gut kanntest, kannst du stattdessen die Trauernden direkt ansprechen: Was bewunderst du an ihnen? Wie nimmst du ihre Stärke wahr? Auch das spendet Trost. Du kannst auch wiedergeben, was die trauernde Person dir über den Verstorbenen erzählt hat.
Ein hilfreicher Trick: Frage dich, was du antworten würdest, wenn dich jemand fragt „Was fällt dir als Erstes ein, wenn du an [Name] denkst?“ Die Antwort darauf ist oft genau das, was in die Karte gehört.
Konkrete Erinnerung teilen
Ich erinnere mich noch gut an unsere gemeinsamen Spaziergänge am Sonntagmorgen. Dein Vater hatte immer eine Geschichte auf Lager – und das schönste Lächeln dazu.
Eigenschaft würdigen
Eure Mutter hatte eine besondere Gabe, jedem das Gefühl zu geben, willkommen zu sein. Ihr Haus war immer voller Wärme. Das werden wir alle sehr vermissen.
Verstorbenen nicht persönlich gekannt
Ich weiß, wie viel dir deine Großmutter bedeutet hat. Wie oft hast du von ihr erzählt – immer mit diesem besonderen Leuchten in den Augen. Ich bin sicher, sie war ein ganz wunderbarer Mensch.
Gemeinsames Hobby oder Leidenschaft
Mit deinem Vater habe ich die schönsten Angeltage meines Lebens verbracht. Er wusste immer genau, wo die Fische beißen – und wenn nicht, hat er es mit einer guten Geschichte wettgemacht. Diese Vormittage am See werde ich nie vergessen.
Nachbarschaftliche Verbundenheit
Wir haben Herrn Müller jeden Morgen gesehen, wie er seinen Garten gepflegt hat – bei Regen und bei Sonnenschein. Sein freundliches „Guten Morgen“ gehörte zu unserem Tag wie der erste Kaffee. Diese Lücke am Gartenzaun werden wir jeden Tag spüren.
Wenn man sich lange nicht gesehen hat
Auch wenn wir uns in den letzten Jahren aus den Augen verloren haben, denke ich oft an die gemeinsame Zeit zurück. Euer Vater hat mich damals wie einen eigenen Sohn behandelt – das hat mich geprägt und dafür bin ich ihm für immer dankbar.
Kollegiale Erinnerung (persönlich)
Dein Mann war nicht einfach ein Kollege – er war der Mensch, der mich an meinem ersten Tag unter seine Fittiche genommen hat. Sein trockener Humor hat die schwersten Meetings erträglich gemacht, und sein Rat war immer goldwert. Das Büro wird ohne ihn ein anderer Ort sein.
Stärke der Trauernden ansprechen
Ich habe in den letzten Monaten gesehen, mit welcher Liebe und Hingabe du dich um deine Mutter gekümmert hast. Du warst jeden Tag für sie da – das ist etwas, worauf du stolz sein kannst. Sie wusste, wie sehr du sie liebst.
Das schönste Denkmal, das ein Mensch bekommen kann, steht in den Herzen seiner Mitmenschen.
06 Abschluss
Abschluss und Grußformel:Die Karte würdevoll beenden
Der Abschluss deiner Trauerkarte sollte drei Dinge leisten: Kraft und Trost wünschen, ein konkretes Hilfsangebot machen (wenn du es ernst meinst) und mit einer passenden Grußformel enden. Achte darauf, dass sich der Schluss nicht zu sehr mit dem Einstieg wiederholt – wenn du am Anfang deine Betroffenheit ausgedrückt hast, blicke am Ende nach vorne.
Beim Hilfsangebot gilt: Lieber konkret als vage. Trauernde haben oft nicht die Kraft, um Hilfe zu bitten – konkrete Angebote nehmen ihnen diese Last ab. Biete aber nur an, was du auch wirklich einhalten kannst. Ein leeres Versprechen ist schlimmer als kein Angebot.
Die Grußformel richtet sich – wie die Anrede – nach der Nähe zu den Hinterbliebenen. Unterschreibe immer handschriftlich mit deinem Vor- und/oder Nachnamen. Wenn du im Namen der ganzen Familie schreibst, ergänze „und Familie“ oder nenne alle namentlich.
Kraft wünschen (allgemein)
Für die kommende Zeit wünsche ich euch viel Kraft, Trost und Menschen, die euch beistehen.
Mit Hilfsangebot (nah)
Wenn du jemanden zum Reden brauchst oder ich dir im Alltag etwas abnehmen kann – ich bin für dich da. Melde dich jederzeit.
Tröstend-hoffnungsvoll
Mögen die vielen schönen Erinnerungen euch Kraft geben und Trost spenden – heute und in den kommenden Wochen.
Konkretes Hilfsangebot (Alltag)
Ich bringe euch am Donnerstag etwas zu essen vorbei – ihr müsst euch um nichts kümmern. Und wenn die Kinder nachmittags Betreuung brauchen, ruft einfach an.
Religiös / gläubig
Ich bete dafür, dass Gott euch Trost und Zuversicht schenkt. Möge euer Glaube euch in dieser schweren Zeit Halt geben.
Für entfernte Bekannte (zurückhaltend)
Wir wünschen Ihnen und Ihrer Familie von Herzen, dass Sie in den Erinnerungen an die gemeinsame Zeit Trost finden.
Langfristig da sein
Ich weiß, dass die schwerste Zeit oft erst kommt, wenn der Alltag wieder einkehrt und die Stille lauter wird. Auch dann bin ich für dich da – nicht nur heute.
Grußformel – persönlich/nah
In Liebe und stiller Anteilnahme Deine Maria
Grußformel – freundschaftlich
Von Herzen und in aufrichtiger Anteilnahme Dein Stefan und Familie
Grußformel – förmlich
Mit stillem Gruß und tiefem Mitgefühl Petra und Klaus Hoffmann
Grußformel – religiös
Gott schenke euch Trost und Zuversicht In herzlicher Verbundenheit Eure Nachbarn Anna und Georg
Grußformel – wenn man als Paar/Familie schreibt
In tiefer Anteilnahme und Verbundenheit Sabine, Thomas und die Kinder
Statt vage – lieber konkret
Statt „Melde dich, wenn du was brauchst“ → „Ich hole die Kinder Dienstag und Donnerstag von der Schule ab.“ Statt „Wir sind für euch da“ → „Ich rufe dich nächste Woche an, und wir können reden oder einfach schweigen.“ Statt „Ihr wisst, wo ihr uns findet“ → „Ich bringe euch Freitag Abendessen vorbei. Ihr müsst nur die Tür aufmachen.“
07 Mustertexte
Komplette Mustertexte:Vorlagen für jede Beziehung
Die folgenden Mustertexte zeigen dir, wie eine komplette Trauerkarte aussehen kann – von der Anrede bis zur Grußformel. Nutze sie als Inspiration und passe die Texte an deine Situation an: Ersetze die Platzhalter durch echte Namen, ergänze persönliche Erinnerungen und formuliere Passagen in deinen eigenen Worten um. Eine gute Beileidskarte darf ruhig Anleihen nehmen – aber sie sollte nie komplett kopiert wirken. Wir haben für möglichst viele Beziehungen und Situationen jeweils einen vollständigen Mustertext zusammengestellt.
Du suchst zusätzlich einen passenden Trauerspruch für deine Karte? In unserem Trauersprüche-Ratgeber mit interaktivem Spruch-Finder findest du über 120 Sprüche – filterbar nach Stil, Länge und Beziehung.
Für geschäftliche Trauerkarten (an Kollegen, Geschäftspartner oder im Namen der Firma) findest du spezielle Mustertexte in unserem eigenen Ratgeber: Geschäftliche Trauerkarte schreiben. Für den besonders sensiblen Fall, dass ein Kind oder Sternenkind verstorben ist, haben wir einen einfühlsamen Spezial-Ratgeber erstellt: Trauerkarte Kind & Sternenkind.
Für enge Familie (Eltern, Geschwister, Partner)
Meine liebste Sabine, ich bin fassungslos. Als ich heute Morgen von Michaels Tod erfahren habe, blieb mir die Luft weg. Auch wenn seine Krankheit uns darauf vorbereitet hat – es tut unendlich weh. Ich denke an unsere gemeinsamen Sommerabende auf eurer Terrasse, an sein Lachen und seine Art, jedem das Gefühl zu geben, willkommen zu sein. Michael war ein ganz besonderer Mensch, und ich bin dankbar, dass ich ihn kennen durfte. Ich bin in den kommenden Wochen für dich da – zum Reden, zum Schweigen oder einfach nur, um dir etwas Essen vorbeizubringen. Du musst das nicht alleine durchstehen. In Liebe und tiefer Anteilnahme Deine Kathrin
Für einen guten Freund / eine gute Freundin
Lieber Thomas, mit großer Trauer habe ich vom Tod deiner Mutter erfahren. Ich weiß, wie nah ihr euch standet, und kann mir vorstellen, wie sehr dir ihre Stimme am Telefon jeden Sonntagabend fehlen wird. Deine Mutter war ein warmherziger Mensch – ich erinnere mich noch gut daran, wie sie uns als Jugendliche immer mit selbstgebackenem Kuchen versorgt hat. Diese Herzlichkeit hast du von ihr geerbt. Für die kommende Zeit wünsche ich dir viel Kraft und Trost in den vielen schönen Erinnerungen. Wenn du reden möchtest oder einfach Gesellschaft brauchst – ich bin da. Von Herzen Dein Markus
Für die Schwiegermutter / den Schwiegervater
Liebe Ingrid, lieber Werner, der Tod eurer Mutter geht auch mir sehr nahe. In den Jahren, die ich nun zu eurer Familie gehöre, ist Oma Hilde mir eine richtige Großmutter geworden – mit all ihrer Fürsorge, ihren Geschichten und ihrem unerschütterlichen Humor. Ich werde nie vergessen, wie sie mich bei meinem ersten Familientreffen in die Arme geschlossen hat, als wären wir schon immer eine Familie. So war sie – warmherzig und ohne jedes Zögern. Ich bin für euch da. Alles Organisatorische können wir gemeinsam schultern. In Liebe Euer/Eure [Name]
Für Oma oder Opa (Enkel schreibt)
Liebe Mama, lieber Papa, ich bin so traurig über den Tod von Oma. Sie war ein Fels in unserer Familie – immer da, immer stark, immer mit offenen Armen. Ich werde ihre Geschichten vermissen, ihr Kartoffelsuppen-Rezept, das nie jemand so hinbekommt wie sie, und vor allem ihr Lachen. Sie hat uns gezeigt, was es heißt, das Leben zu lieben. Ich bin für euch da. Wir stehen das zusammen durch. In Liebe Euer Jonas
Für Tante oder Onkel
Liebe Tante Margret, die Nachricht vom Tod von Onkel Rolf hat mich sehr getroffen. Er war immer der Ruhepol bei unseren Familientreffen – derjenige, der in der Ecke saß, leise schmunzelte und dann genau im richtigen Moment den besten Witz erzählte. Ich erinnere mich besonders gern an unsere Angelausflüge am See, als ich noch klein war. Er hatte eine Geduld mit mir, die ich bis heute bewundere. Für die kommende Zeit wünsche ich dir und den Kindern viel Kraft. Wenn ich etwas tun kann, sag bitte Bescheid. In herzlicher Anteilnahme Dein/Deine [Name]
Für Nachbarn
Liebe Frau Schneider, die Nachricht vom Tod Ihres Mannes hat uns sehr bestürzt. Wir haben Herrn Schneider als freundlichen und hilfsbereiten Nachbarn geschätzt – immer bereit, eine helfende Hand zu reichen. Besonders werden wir seine gute Laune vermissen, mit der er uns morgens über den Gartenzaun begrüßt hat. Und seinen wunderbaren Garten, den er mit so viel Liebe gepflegt hat. Wenn wir Ihnen in der nächsten Zeit irgendwie helfen können – sei es beim Einkaufen, im Garten oder einfach bei einer Tasse Kaffee – sprechen Sie uns gerne an. Mit herzlicher Anteilnahme Anna und Georg Berger
Für Arbeitskollegen (privat geschrieben)
Lieber Jürgen, als ich heute ins Büro kam und von dem Tod deiner Frau erfahren habe, hat es mir den Boden unter den Füßen weggezogen. Ich habe Sandra auf der letzten Weihnachtsfeier kennengelernt – ihre fröhliche Art und ihr ansteckendes Lachen sind mir noch so präsent. Mach dir um die Arbeit keine Gedanken – wir fangen alles auf, solange du brauchst. Und wenn du danach jemanden zum Mittagessen brauchst, der einfach nur zuhört: Ich bin da. Alles Liebe und viel Kraft Dein Michael
Für entfernte Bekannte / förmlich
Sehr geehrte Frau Hoffmann, wir haben vom Tod Ihres Mannes erfahren und möchten Ihnen unser aufrichtiges Beileid aussprechen. Auch wenn wir uns nur wenige Male begegnet sind, haben wir Herrn Hoffmann als warmherzigen und aufrichtigen Menschen in Erinnerung. Für die kommende schwere Zeit wünschen wir Ihnen viel Kraft und Zuversicht. Mögen die Erinnerungen an die gemeinsame Zeit Ihnen Trost spenden. Mit stillem Gruß und tiefem Mitgefühl Familie Weber
Bei Tod eines jungen Menschen
Liebe Familie Krause, die Nachricht von Lenas Tod hat uns zutiefst erschüttert. Ein so junger Mensch, so voller Leben und Pläne – es ist einfach nicht zu begreifen. Wir kannten Lena aus dem Sportverein und haben sie als fröhlichen, engagierten Menschen erlebt, der immer für andere da war. Ihr Lächeln hat den ganzen Raum erhellt. Dass dieses Lächeln nun fehlt, ist kaum auszuhalten. Wir wünschen euch unendlich viel Kraft für diese unvorstellbar schwere Zeit. Bitte wisst, dass ihr nicht allein seid. In tiefer Anteilnahme Familie Baumann und das gesamte Vereinsteam
Nach langer Krankheit
Lieber Peter, auch wenn wir wussten, dass Anjas Kräfte in den letzten Monaten schwanden, trifft ihr Tod mich tief. Bis zuletzt habe ich gehofft, dass ein Wunder geschieht. Ich bewundere die Kraft, mit der Anja ihren Weg gegangen ist – und die Stärke, die du in dieser Zeit bewiesen hast. Ihr wart ein unglaubliches Team, und ich bin sicher, Anja hat jeden einzelnen Tag gespürt, wie sehr du sie liebst. Nun ist es an der Zeit, auch an dich zu denken. Lass dir helfen, lass andere für dich da sein. Ich komme am Wochenende vorbei – einfach so. In Liebe und stiller Anteilnahme Dein Christian
Nach plötzlichem Tod (Unfall, Herzinfarkt)
Liebe Sandra, ich kann es immer noch nicht fassen. Gestern haben wir noch zusammen telefoniert, und heute ist dein Mann nicht mehr da. Es gibt keine Worte, die groß genug sind für diesen Schock. Klaus war einer dieser Menschen, die einen Raum betraten und sofort alle zum Lächeln brachten. Seine Energie, sein Optimismus – das alles war so selbstverständlich, dass man gar nicht daran dachte, es könnte jemals aufhören. Ich bin in den nächsten Tagen jederzeit für dich erreichbar. Egal ob du reden, weinen oder einfach nur schweigen möchtest. Du musst gar nichts alleine schaffen. In Liebe Deine Martina
Nach Suizid (besonders einfühlsam)
Liebe Renate, die Nachricht von Tobias' Tod hat mich tief getroffen. Ich weiß, dass es gerade keine Worte gibt, die den Schmerz lindern können – und ich werde gar nicht erst versuchen, zu erklären oder einzuordnen. Was ich sagen kann: Tobias war ein wundervoller Mensch. Ich erinnere mich an seinen trockenen Humor, seine Verlässlichkeit und daran, wie stolz er immer von euch erzählt hat. Er hat Spuren hinterlassen – in meinem Leben und in dem vieler anderer. Ich bin für dich da, ohne Fragen, ohne Urteile – einfach da. Wann immer du bereit bist. In stiller Anteilnahme und Liebe Deine Claudia
Kurze Karte (wenn die Worte fehlen)
Liebe Maria, mir fehlen die Worte – aber ich möchte, dass du weißt: Ich denke an dich und bin in Gedanken bei dir. Dein Vater war ein wunderbarer Mensch. Von Herzen und in stiller Anteilnahme Deine Lisa
Religiös / christlich
Liebe Familie Becker, „Der Herr ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind.“ – Psalm 34,19 Mit tiefer Trauer haben wir vom Heimgang eures lieben Vaters erfahren. Wir beten darum, dass Gott euch in dieser schweren Zeit Trost und Kraft schenkt und dass der Glaube euch trägt. Wir werden Heinrich in unsere Gebete einschließen und dankbar an einen Menschen zurückdenken, der seinen Glauben mit so viel Wärme und Demut gelebt hat. Gott segne und behüte euch In christlicher Verbundenheit Eure Nachbarn Maria und Josef Lehmann
Die besten Trauerkarten entstehen, wenn du einen Mustertext als Gerüst nutzt und ihn mit echten Erinnerungen und deinen eigenen Worten füllst. Schon ein einzelner persönlicher Satz macht den Unterschied. Tausche immer die Platzhalter-Namen aus und ergänze mindestens eine individuelle Erinnerung.
08 Religiös oder weltlich?
Religiöse oder weltliche Trauerkarte:Den richtigen Ton treffen
Ob du religiöse Formulierungen verwendest oder nicht, ist eine der wichtigsten Entscheidungen beim Schreiben einer Trauerkarte. Die Grundregel: Orientiere dich am Glauben der Hinterbliebenen, nicht an deinem eigenen. Einer gläubigen Familie christliche Worte zu schreiben, kann großen Trost spenden. Einer nicht-religiösen Familie dagegen Bibelverse zu zitieren, kann befremden oder sogar verletzen.
Wenn du unsicher bist, halte dich an eine weltliche, aber warmherzige Formulierung. Sätze wie „Ich bin in Gedanken bei euch“ oder „Die Erinnerung an ihn wird immer bleiben“ sind universell und passend. Vermeide es, mit religiösen Aussagen zu belehren oder den Tod zu deuten („So war Gottes Wille“).
Auch innerhalb religiöser Formulierungen gibt es Abstufungen: Ein Bibelvers wirkt bei einer kirchlich aktiven Familie passend, bei einer nur lose verbundenen Familie reicht vielleicht ein allgemein tröstliches „Gott möge euch Kraft schenken“. Im Zweifel gilt: Weniger ist mehr.
Christlich – Bibelvers einbinden
In der Bibel steht: „Der Herr ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind.“ Ich bete, dass ihr diese Nähe in den kommenden Wochen spüren dürft.
Christlich – Hoffnung auf Wiedersehen
Ich glaube fest daran, dass eure Mutter jetzt an einem friedvollen Ort ist und dass ihr euch eines Tages wiedersehen werdet. Bis dahin wird sie von oben auf euch aufpassen.
Allgemein gläubig / überkonfessionell
Gott möge euch Trost schenken und die Kraft, diese schwere Zeit zu durchstehen. Heinrichs Seele ruht nun in Frieden.
Weltlich – Erinnerung als Trost
Auch wenn Ingrid nicht mehr bei uns ist, bleibt sie in unseren Erinnerungen lebendig. Ihre Wärme, ihr Lachen, ihre Geschichten – das kann niemand nehmen.
Weltlich – Naturmetapher
Wie ein Baum, der seine Blätter verliert, aber dessen Wurzeln fest in der Erde stehen: Eure Liebe zu ihm wird bleiben, auch wenn er gegangen ist.
Bei unbekanntem Glauben (sichere Wahl)
Ich wünsche euch, dass die vielen guten Erinnerungen euch Kraft geben und dass ihr im Kreis eurer Familie Trost findet.
Schreibe nie „So war Gottes Wille“, „Gott hatte einen Plan“ oder „Sie musste gehen, weil Gott sie brauchte“. Solche Formulierungen werden selbst von gläubigen Menschen oft als verletzend empfunden, weil sie den Tod als gewollt darstellen. Auch „Er ist jetzt an einem besseren Ort“ ist riskant – für viele Trauernde gibt es keinen besseren Ort als hier, bei ihnen.
09 Beileid per WhatsApp
Beileid per WhatsApp:Geht das? Regeln und Beispiele
Die kurze Antwort: Ja, Beileid per WhatsApp auszudrücken ist heute durchaus angemessen – wenn du es richtig machst. Besonders unter jüngeren Menschen und bei Beziehungen, die ohnehin überwiegend digital laufen, ist eine einfühlsame WhatsApp-Nachricht eine akzeptierte Form der Kondolenz.
Entscheidend ist der Kontext: Wenn du regelmäßig per WhatsApp mit der trauernden Person kommunizierst, ist eine persönliche Nachricht absolut passend – manchmal sogar schneller und direkter als eine Karte per Post. Bei älteren Angehörigen oder in einem förmlicheren Verhältnis sollte eine digitale Nachricht aber immer nur der erste, schnelle Impuls sein – gefolgt von einer handschriftlichen Karte.
Für WhatsApp-Beileidsbekundungen gelten dieselben Grundregeln wie für geschriebene Karten: Sei ehrlich und authentisch, vermeide Floskeln, halte den Text kurz und biete Unterstützung an. Ein bis drei aufrichtige Sätze reichen vollkommen aus.
Was du vermeiden solltest: automatische Emojis in großer Zahl, weitergeleitete Kettensprüche (die erkennt man sofort und sie wirken lieblos), Sprachnachrichten als ersten Kontakt (der Trauernde muss sie aktiv abhören, das kann überfordern) und zu lange Textwände. Ein einzelnes Herz-Emoji am Ende deiner persönlichen Nachricht ist dagegen völlig in Ordnung.
Ein wichtiger Punkt: Schreibe deine Nachricht immer als persönliche Direktnachricht, nicht in eine Gruppe. In einem Gruppenchat ist ein Beileid fehl am Platz – auch wenn sich die Neuigkeit dort verbreitet hat. Die einzige Ausnahme: Wenn die trauernde Person selbst in einer Gruppe darüber berichtet hat und eine kurze, persönliche Antwort angemessen erscheint.
Persönlich und kurz
Ich habe gerade von deinem Vater erfahren. Es tut mir unendlich leid. Ich denke an dich und bin für dich da – melde dich, wann immer du möchtest.
Etwas ausführlicher
Liebe Anna, die Nachricht von deiner Mama hat mich sehr getroffen. Ich erinnere mich noch so gut an ihren herzlichen Empfang bei deiner Geburtstagsfeier. Sie war ein besonderer Mensch. Ich umarme dich in Gedanken und bin jederzeit für dich da.
Wenn man unsicher ist
Mir fehlen gerade die Worte, aber ich möchte, dass du weißt: Ich denke an dich. Wenn du reden möchtest oder einfach Ablenkung brauchst – ich bin da.
An einen engen Freund / eine enge Freundin
Hey, ich hab gerade von deiner Mama erfahren. Es tut mir so unglaublich leid. Du weißt, ich bin immer für dich da. Wenn du willst, komme ich heute Abend vorbei. Oder wir telefonieren. Oder ich lass dich in Ruhe. Sag einfach, was du brauchst.
An Bekannte / Kommilitonen
Hallo Julia, ich habe gerade erfahren, was passiert ist. Das tut mir sehr leid. Wenn du in den nächsten Tagen Hilfe bei der Uni brauchst oder einfach jemanden zum Reden – ich bin da.
In einer Gruppenchat-Situation
Liebe Sarah, wir haben gerade von deinem Verlust erfahren und möchten dir als Gruppe sagen: Wir denken an dich. Nimm dir alle Zeit, die du brauchst. Wir fangen alles auf, was liegen bleibt. Du bist nicht allein.
Erste schnelle Nachricht (Karte folgt)
Ich habe es gerade erfahren und wollte dir sofort schreiben: Ich denke an dich und deine Familie. Meine Karte ist schon unterwegs – aber ich wollte nicht warten, bis sie ankommt.
Wenn man später davon erfährt
Ich habe gerade erst erfahren, dass dein Opa gestorben ist. Entschuldige, dass ich mich erst jetzt melde. Ich denke an dich und wünsche dir viel Kraft. Wenn du reden willst – jederzeit.
WhatsApp ersetzt die handschriftliche Karte nicht – es ergänzt sie. Ideal ist: Zuerst eine kurze, herzliche Nachricht per WhatsApp (am selben Tag), dann innerhalb weniger Tage eine handgeschriebene Trauerkarte per Post. So zeigst du sofortige Anteilnahme und nachhaltiges Mitgefühl.
10 Geld in der Karte
Geld in der Trauerkarte:Wie viel, wann und wie formulieren?
Ob man Geld in eine Trauerkarte legt, ist eine Frage mit starken regionalen und kulturellen Unterschieden. In Süddeutschland (besonders Bayern und Baden-Württemberg), in Österreich und in der Schweiz ist es weit verbreitet – hier gehört ein Geldbetrag fast selbstverständlich in die Beileidskarte. In Norddeutschland, besonders in städtischen Gebieten, ist es dagegen deutlich weniger üblich und kann sogar als unangebracht empfunden werden.
Das Geld ist als Beitrag zu den Beerdigungskosten, für Blumenschmuck, Grabpflege oder einen Kranz gedacht – nicht als persönliches Geschenk. Es wird deshalb traditionell als „Kranzgeld“, „Blumengeld“ oder „Beerdigungsgeld“ bezeichnet.
Wie viel Geld angemessen ist, hängt von der Beziehung ab. Als Orientierung: In der engeren Familie (Geschwister, Kinder) sind 50 bis 100 Euro üblich. Bei guten Freunden und engen Bekannten 30 bis 50 Euro. Bei Nachbarn, Kollegen und Vereinskameraden 10 bis 30 Euro. Bei entfernten Bekannten 10 bis 20 Euro. Es gibt aber keine feste Regel – jeder Betrag, der von Herzen kommt, ist richtig. Niemand urteilt über die Höhe.
Wenn du Geld beilegst, solltest du das in der Karte kurz und dezent erwähnen. Lege den Geldschein in die Karte ein (nicht lose in den Umschlag), am besten in einem kleinen Briefumschlag oder gefaltet in ein Blatt Papier, damit er nicht herausfällt. Erwähne den genauen Betrag nicht. Achte beim Versand auf einen blickdichten Umschlag.
Wohin genau den Geldschein legen? Am besten faltest du den Schein in ein kleines Blatt Seidenpapier oder einen kleinen Briefumschlag und legst ihn in die Karte ein – so, dass er beim Öffnen nicht herausfällt. Manche kleben das Kuvert mit einem dezenten Klebestreifen an der Innenseite der Karte fest. Wichtig: Lege das Geld nie lose in den äußeren Umschlag, da es leicht verloren gehen kann.
Dezent und schlicht
Bitte verwende die kleine Beilage als Beitrag für einen Blumengruß am Grab.
Für die Grabpflege
Mit der beiliegenden Aufmerksamkeit möchten wir einen kleinen Beitrag zur Grabpflege leisten.
Allgemein gehalten
Ein kleines Zeichen unserer Verbundenheit legen wir der Karte bei – verwendet es so, wie es euch am liebsten ist.
Für die Trauerfeier / Beerdigung
Wir möchten mit der Beilage einen kleinen Beitrag zur Trauerfeier leisten – als Zeichen unserer Wertschätzung für einen besonderen Menschen.
In Kombination mit Blumenwunsch
Anstelle von Blumen möchten wir euch die beiliegende Aufmerksamkeit ans Herz legen – für das, was euch gerade am meisten hilft.
Alternativ: Spende statt Blumen
Anstelle von Blumen haben wir in Martins Namen an die Deutsche Krebshilfe gespendet – das hätte ihm gefallen.
Wenn in Anzeige Spende erbeten
Dem Wunsch der Familie folgend haben wir eine Spende an den Hospizverein überwiesen. Martins Andenken lebt in so vielen Herzen weiter.
Erkundige dich im Zweifelsfall, ob Geld in der Trauerkarte in eurer Gegend üblich ist. Frage Freunde, Kollegen oder Nachbarn, die mit den lokalen Gepflogenheiten vertraut sind. Wenn in der Traueranzeige „Anstelle von Blumen bitten wir um Spenden an…“ steht, folge unbedingt diesem Wunsch – hier ist eine Spende passender als Bargeld in der Karte.
Praktischer Tipp: Verwende neue, glatte Geldscheine. Zerknitterte oder beschriebene Scheine wirken respektlos. Falte den Schein einmal und lege ihn in einen kleinen weißen Umschlag oder zwischen ein gefaltetes Blatt Papier. So fällt er nicht aus der Karte und ist dezent verpackt.
11 Kondolenzschreiben
Kondolenzschreiben und Trauerbrief:Der ausführliche Weg
Ein Kondolenzschreiben – auch Trauerbrief oder Beileidsbrief genannt – ist die ausführlichere Version der Trauerkarte. Während eine Beileidskarte in der Regel auf die Innenseite einer Klappkarte passt, ist ein Kondolenzschreiben ein eigenständiger Brief auf einem oder mehreren Blättern. Es bietet Raum für ausführlichere Erinnerungen, Würdigungen und persönliche Worte.
Ein Kondolenzschreiben ist besonders passend, wenn du dem Verstorbenen oder der Familie sehr nahe standest, wenn du viel zu erzählen hast oder wenn der Anlass es erfordert – etwa beim Tod eines langjährigen Mentors, eines ehemaligen Vorgesetzten oder eines engen Verwandten. Auch wenn die verstorbene Person in deinem Leben eine besonders wichtige Rolle gespielt hat, verdient das mehr Platz als eine Klappkarte bieten kann.
Der Aufbau folgt demselben Prinzip wie die Trauerkarte, nur ausführlicher: Anrede, Betroffenheit, ausführliche persönliche Erinnerungen (das Herzstück), Würdigung des Verstorbenen, Beileid, Hilfsangebot und Grußformel. Der Brief darf ruhig eine bis zwei handgeschriebene DIN-A5-Seiten lang sein.
Verwende hochwertiges, schlichtes Briefpapier in Weiß, Creme oder hellem Grau. Schreibe den Brief handschriftlich – oder, wenn das nicht möglich ist, am Computer, aber unterschreibe in jedem Fall von Hand. Verwende einen passenden Umschlag ohne Firmenlogo oder Werbung. Schwarze oder dunkelgraue Umschläge sind passend, aber nicht zwingend.
Der Unterschied zur Trauerkarte liegt nicht nur in der Länge: Ein Kondolenzschreiben erlaubt dir, eine ganze Geschichte zu erzählen – wie du den Verstorbenen kennengelernt hast, welche gemeinsamen Erlebnisse euch geprägt haben, und was du an diesem Menschen besonders geschätzt hast. Gerade bei Menschen, die dir viel bedeutet haben, kann ein solcher Brief für die Hinterbliebenen zu einem kostbaren Erinnerungsstück werden.
An enge Freunde – ausführlich und persönlich
Liebe Monika, lieber Peter, als ich gestern Abend von Erikas Tod erfahren habe, musste ich mich erst einmal setzen. Auch wenn wir wussten, dass ihre Kräfte in den letzten Monaten nachließen, war der Moment, als es Wirklichkeit wurde, ein Schock. Erika war für mich nicht einfach eine Nachbarin – sie war eine Vertraute, eine Ratgeberin und über die Jahre eine echte Freundin geworden. Ich denke an die unzähligen Nachmittage bei Kaffee und Kuchen, an unsere Gespräche über Gott und die Welt, an ihre Art, jedem Problem mit einem „Das schaffen wir schon“ zu begegnen. Sie hatte diese besondere Gabe, Menschen aufzurichten, selbst wenn es ihr selbst nicht gut ging. Besonders vermissen werde ich ihre Herzlichkeit und ihren trockenen Humor. Erika konnte einen zum Lachen bringen, wenn man es am wenigsten erwartete – und genau dann am meisten brauchte. Ich möchte euch in der kommenden Zeit unterstützen, wo ich kann. Am Donnerstag bringe ich euch etwas zu essen vorbei, und wenn ihr Hilfe bei organisatorischen Dingen braucht, meldet euch bitte bei mir. Erika wird mir sehr fehlen. Aber ich bin dankbar für jede Stunde, die ich mit ihr verbringen durfte. In tiefer Verbundenheit und Liebe Eure Helga
An Verwandte – würdigend und familiär
Liebe Tante Margret, der Tod von Onkel Rolf hat in unserer Familie eine Lücke hinterlassen, die niemand füllen kann. Ich möchte dir heute nicht nur mein Beileid aussprechen, sondern auch erzählen, was Onkel Rolf mir bedeutet hat. Als ich mit 14 nicht wusste, welchen Beruf ich ergreifen sollte, war er es, der mich in seine Werkstatt mitgenommen hat. Er hat mir beigebracht, dass Geduld wichtiger ist als Talent. Dass man dreimal messen soll, bevor man einmal schneidet. Und dass ein guter Witz die beste Pause ist. Ich bin überzeugt: Die Werte, die Rolf uns vorgelebt hat – Verlässlichkeit, Humor und Bodenständigkeit – leben in uns allen weiter. Ich bin für dich da, wenn du mich brauchst. Und ich werde am Sonntag bei der Beerdigung sein. In Liebe Dein/Deine [Name]
Förmlich – an weniger enge Bekanntschaft
Sehr geehrte Frau Baumann, mit großer Bestürzung haben wir vom Tod Ihres Mannes erfahren. Auch wenn wir Herrn Baumann nur durch die gemeinsame Zeit im Sportverein kannten, hat er einen bleibenden Eindruck hinterlassen – durch seine Verlässlichkeit, seinen Teamgeist und seine ruhige, besonnene Art. Wir wünschen Ihnen und Ihrer Familie für die kommende Zeit viel Kraft und Zuversicht. Mögen die vielen guten Erinnerungen Ihnen Trost spenden. Mit aufrichtigem Beileid Stefan und Claudia Weber
An ehemaligen Mentor / Vorgesetzten
Sehr geehrte Familie Hartmann, die Nachricht vom Tod von Dr. Hartmann hat mich tief bewegt. Er war mehr als mein Vorgesetzter – er war ein Mentor, der meine berufliche und persönliche Entwicklung maßgeblich geprägt hat. Ich erinnere mich an meinen ersten Tag in der Abteilung: Ich war nervös und unsicher, und Herr Hartmann sagte: „Niemand erwartet, dass Sie alles wissen. Wir erwarten nur, dass Sie neugierig bleiben.“ Diesen Satz trage ich bis heute mit mir. Er hat mir gezeigt, dass gute Führung nicht bedeutet, die lauteste Stimme im Raum zu sein, sondern die aufmerksamste. Sein Vermächtnis lebt in jedem weiter, den er gefördert hat. Dafür bin ich zutiefst dankbar. Mit aufrichtigem Beileid und großem Respekt [Name]
12 Besondere Situationen
Besondere Situationen:Wenn Standardtexte nicht passen
Manche Todesfälle lassen sich nicht in Standard-Kategorien einordnen. Sie sind besonders schmerzhaft, gesellschaftlich tabuisiert oder so schockierend, dass die üblichen Formulierungen nicht ausreichen. Gerade in diesen Situationen ist eine persönliche Trauerkarte besonders wertvoll – weil sie zeigt, dass du dich nicht hinter Floskeln versteckst.
Das Wichtigste vorweg: In all diesen Situationen ist Ehrlichkeit wichtiger als Perfektion. Es ist völlig in Ordnung zu schreiben, dass du nicht weißt, was du sagen sollst. Allein die Tatsache, dass du eine Karte schreibst, ist ein Zeichen von Respekt und Mitgefühl.
Bei einem Tod durch Suizid gilt besondere Sensibilität. Vermeide jede Formulierung, die nach Schuldzuweisung klingen könnte – weder an den Verstorbenen noch an die Hinterbliebenen. Schreibe nicht „Ich verstehe nicht, warum“ oder „Wenn ich nur früher etwas bemerkt hätte.“ Konzentriere dich stattdessen auf den Menschen, der er war – nicht auf die Art seines Todes. Die Hinterbliebenen kämpfen oft mit Schuldgefühlen und Stigmatisierung. Deine Karte sollte ihnen zeigen: Es ist in Ordnung, zu trauern, und es gibt keine Schuld.
Beim Tod eines jungen Menschen – sei es durch Unfall, Krankheit oder andere Umstände – gibt es keine Worte, die „richtig“ sind. Versuche nicht, dem Tod einen Sinn zu geben („Alles hat seinen Grund“). Benenne stattdessen die Ungerechtigkeit: „Es ist einfach nicht fair“ oder „Das hätte nicht passieren dürfen.“ Das klingt vielleicht ungewöhnlich für eine Karte, aber es ist ehrlich – und Ehrlichkeit ist das, was Trauernde brauchen.
Wenn der Tod nach langer Krankheit eintritt, nehmen Außenstehende manchmal an, die Familie sei „vorbereitet“. Aber Vorbereitung schützt nicht vor Schmerz. Schreibe nicht „Endlich hat er es geschafft“ oder „Jetzt muss sie nicht mehr leiden.“ Auch wenn das medizinisch stimmen mag – für die Hinterbliebenen ist der Mensch trotzdem weg. Würdige stattdessen die Stärke des Verstorbenen und die der pflegenden Angehörigen.
Bei einem plötzlichen Tod fehlt den Hinterbliebenen die Möglichkeit, sich zu verabschieden. Deine Karte kann diesen Schmerz nicht heilen, aber du kannst anerkennen, wie schockierend die Situation ist. „Dass es so plötzlich kam, macht es noch schwerer zu begreifen“ ist ehrlicher als jede Floskel.
Du musst die Todesursache in der Karte nicht benennen. Wenn du unsicher bist, was die Familie nach außen kommuniziert hat, bleibe allgemein bei deinem Ausdruck der Trauer. Die Hinterbliebenen werden dir dankbar sein, dass du geschrieben hast – unabhängig davon, ob du die genauen Umstände erwähnst.
Tod durch Suizid – einfühlsam
Liebe Renate, die Nachricht von Tobias' Tod hat mich zutiefst erschüttert. Ich möchte nicht nach Erklärungen suchen – ich möchte dir einfach sagen, dass Tobias ein wundervoller Mensch war. Sein Humor, seine Verlässlichkeit und seine Güte haben Spuren in meinem Leben hinterlassen. Ich bin für dich da – ohne Fragen, ohne Urteile. Einfach da.
Junger Mensch verstorben
Liebe Familie Krause, was euch widerfahren ist, ist unfassbar und zutiefst ungerecht. Lena hatte so viel vor sich – so viele Träume, so viel Energie. Wir werden ihren Enthusiasmus und ihr strahlendes Lächeln nie vergessen. Es gibt keine Worte, die diesen Schmerz lindern. Aber bitte wisst: Ihr seid nicht allein.
Nach langer Pflegezeit
Lieber Peter, ich habe gesehen, mit welcher Hingabe du Anja in den letzten Monaten begleitet hast. Deine Liebe und Stärke waren bewundernswert. Auch wenn der Abschied vorhersehbar war – der Schmerz ist deshalb nicht kleiner. Gönn dir jetzt die Zeit und die Hilfe, die du brauchst.
Plötzlicher Tod (Unfall, Herzinfarkt)
Dass es so plötzlich kam, macht es noch schwerer zu begreifen. Gestern war die Welt noch in Ordnung, und heute ist alles anders. Ich bin fassungslos – und ich bin bei euch.
Wenn das Verhältnis zum Verstorbenen schwierig war
Liebe Sandra, ich weiß, dass dein Verhältnis zu deinem Vater nicht immer einfach war. Umso mehr möchte ich dir sagen: Deine Trauer ist berechtigt, egal in welcher Form sie kommt. Misch dir nicht deine Gefühle mit dem, was andere erwarten. Ich bin für dich da.
Wenn man den Verstorbenen nicht mochte, aber die Hinterbliebenen
Lieber Markus, ich weiß, dass dein Vater eine große Rolle in deinem Leben gespielt hat. Sein Tod verändert vieles. Ich möchte für dich da sein – zum Reden, zum Schweigen, zum Ablenken. Was immer du gerade brauchst.
Tod bei unklaren Umständen (allgemein gehalten)
Liebe Sandra, ich weiß nicht, was ich sagen soll. Die Nachricht hat mich tief getroffen, und ich denke seit Tagen an dich. Was immer du gerade durchmachst – du musst es nicht alleine durchstehen. Ich bin da, ohne Fragen, ohne Urteile. Einfach nur als Freundin. Ich drücke dich ganz fest Deine Julia
Bei Tod durch Suizid: Vermeide jede Form von Schuldzuweisung, auch unbeabsichtigte. Formulierungen wie „Warum hat niemand etwas bemerkt?“ oder „Hätte man nicht etwas tun können?“ sind für die Hinterbliebenen extrem belastend. Konzentriere dich auf den Menschen, nicht auf die Todesursache.
13 Do's & Don'ts
Do's & Don'ts:Was du vermeiden solltestund was wirklich hilft
Beim Schreiben einer Trauerkarte gibt es einige Stolperfallen, die gut gemeint sind, aber verletzend wirken können. Die meisten Fehler entstehen nicht aus Böswilligkeit, sondern aus Unsicherheit. Die folgenden Punkte helfen dir, die häufigsten Fettnäpfchen zu vermeiden – und zeigen, was stattdessen wirklich Trost spendet.
Die goldene Regel lautet: Stell die Trauernden in den Mittelpunkt. Die Karte ist für sie geschrieben, nicht für dich. Vergleiche mit eigenen Verlusten, ungebetene Ratschläge oder Relativierungen des Schmerzes haben in einer Beileidskarte nichts zu suchen – auch wenn sie noch so gut gemeint sind.
Statt „Die Zeit heilt alle Wunden“
Ich wünsche euch, dass der Schmerz mit der Zeit etwas leichter zu tragen wird – auch wenn er wohl nie ganz vergeht.
Statt „Er ist jetzt an einem besseren Ort“
Ich hoffe, dass die vielen schönen Erinnerungen euch Trost spenden können.
Statt „Ich weiß, wie du dich fühlst“
Ich kann mir kaum vorstellen, wie schwer das für dich sein muss. Aber ich bin für dich da.
Statt „Du musst jetzt stark sein“
Du darfst traurig sein, wütend sein, laut sein, still sein – alles ist erlaubt. Ich bin da, egal wie.
Statt „Es war Gottes Wille“
Manchmal gibt es keine Erklärung. Aber ich bin in Gedanken bei euch und halte euch die Hand – so gut ich kann.
Statt „Wenigstens hat sie nicht gelitten“
Es tröstet mich zu wissen, dass sie friedlich eingeschlafen ist. Aber ich weiß, dass das den Verlust nicht kleiner macht.
Statt „Das Leben geht weiter“
In eurem eigenen Tempo, Schritt für Schritt – und mit Menschen an eurer Seite, die euch lieben.
Statt gar nichts zu schreiben (Angst vor Fehlern)
Lieber eine unbeholfene Karte als gar keine. Trauernde erinnern sich nicht an perfekte Worte – sie erinnern sich daran, wer da war.
Das solltest du tun
Das solltest du vermeiden
14 Gestaltung & Praktisches
Gestaltung, Handschrift, Timing:Die praktischen Details
Neben dem Text selbst gibt es einige praktische Dinge, die eine gute Trauerkarte ausmachen. Von der Wahl der richtigen Karte über das Timing bis hin zur Adressierung – diese Details zeigen den Hinterbliebenen, dass du dir wirklich Gedanken gemacht hast.
Die richtige Karte wählen: Trauerkarten sind in der Regel Klappkarten in gedeckten Farben – Schwarz, Weiß, Grau, Creme oder dunkle Naturtöne. Dezente Motive wie Blumen, Bäume, Kerzen, Federn oder Naturszenen sind passend. Wichtig: Verwende keine Karten mit schwarzem Trauerrand – diese sind traditionell den Angehörigen vorbehalten, die den Todesfall bekanntgeben. Für deine Beileidskarte eignen sich schlichte, stilvolle Karten ohne Trauerrand.
Wo schreibst du? Nur auf der rechten Innenseite der Klappkarte. Beginne oben mit einem optionalen Trauerspruch (abgesetzt, evtl. kursiv), darunter die Anrede und dein Text. Falls du mehr Platz brauchst, kannst du auf der linken Innenseite weiterschreiben – oder du wählst von vornherein eine größere Karte. Verschicke die Karte immer in einem passenden Umschlag – nie als offene Postkarte.
Welchen Stift verwenden? Einen dunklen Stift (Schwarz oder Dunkelblau), keinen bunten, roten oder hellen Stift. Ein Füllfederhalter verleiht der Schrift eine besondere Qualität, aber ein normaler Kugelschreiber ist genauso respektvoll. Wichtig ist die Handschrift selbst, nicht das Schreibgerät.
Wann solltest du die Karte senden? So zeitnah wie möglich – idealerweise innerhalb weniger Tage nach dem Todesfall, spätestens bis zur Beerdigung. Gerade in den ersten Tagen brauchen die Hinterbliebenen den Zuspruch am meisten. Aber: Eine verspätete Karte ist immer besser als keine Karte. Wenn du erst nach Wochen vom Todesfall erfährst, schreibe trotzdem. Formuliere ehrlich: „Ich habe erst jetzt von eurem Verlust erfahren – meine Anteilnahme kommt spät, ist aber von Herzen.“
Wohin adressieren? Sende die Karte an die nächsten Angehörigen – also an die Person, die du am besten kennst. Die Adresse findest du oft in der Traueranzeige. Wenn die Adresse nicht bekannt ist, kann man bei gemeinsamen Bekannten nachfragen oder die Karte über das Bestattungshaus weiterleiten lassen.
Schreibe den Text deiner Trauerkarte zunächst auf einem Schmierblatt vor. So vermeidest du Fehler, kannst die Länge abschätzen und den Text in Ruhe überarbeiten, bevor du ihn auf die Karte überträgst. Achte auf ausreichend Rand und schreibe nicht zu klein – die Karte soll gut lesbar sein.
Erinnerungen sind kleine Sterne, die tröstend in das Dunkel unserer Trauer leuchten.
15 Trauerkarte Haustier
Beileid zum Verlust eines Haustiers:Warum auch diese Trauer ernst genommen werden sollte
Der Tod eines geliebten Haustiers ist für viele Menschen ein zutiefst schmerzhafter Verlust. Hund, Katze, Pferd oder Kaninchen – für ihre Besitzer sind sie vollwertige Familienmitglieder, treue Begleiter und Seelentröster. Wer diesen Schmerz nicht kennt, unterschätzt ihn leicht. Umso wichtiger ist es, dass du den Verlust ernst nimmst und dein Beileid ausdrückst.
Eine Trauerkarte zum Verlust eines Haustiers folgt denselben Grundregeln wie eine klassische Beileidskarte: Sei aufrichtig, vermeide Floskeln und sprich das Tier beim Namen an. Was du unbedingt vermeiden solltest: Sätze wie „Es war ja nur ein Hund“, „Holt euch doch einen neuen“ oder „So schlimm ist das doch nicht“. Solche Aussagen verletzen tief, weil sie die Bindung zwischen Mensch und Tier entwerten.
Erlaube dir, die Trauer genauso ernst zu nehmen wie bei einem menschlichen Verlust – denn für den Betroffenen fühlt sie sich genauso real an. Eine Karte, eine Nachricht oder auch ein kleines Geschenk (ein Pfotenabdruck-Rahmen, eine Kerze) zeigen: Ich sehe deinen Schmerz, und er ist berechtigt.
Für einen Hundebesitzer
Liebe Sarah, ich bin so traurig über den Verlust von Balu. Er war der treueste Begleiter, den man sich wünschen konnte – und die Freude, die er in dein Leben gebracht hat, wird immer bleiben. Ich denke an dich.
Für eine Katzenbesitzerin
Liebe Frau Meyer, ich weiß, wie sehr Ihnen Luna am Herzen lag. 17 Jahre – das ist ein ganzes gemeinsames Leben. Luna hatte es bei Ihnen wunderschön. Ich wünsche Ihnen, dass die Erinnerungen an sie Ihnen Trost spenden.
Für Pferdebesitzer
Liebe Marie, die Nachricht von Stella hat mich sehr berührt. Ich weiß, wie viel sie dir bedeutet hat und welche besondere Verbindung ihr hattet. Sie hatte bei dir das schönste Pferdeleben, das man sich vorstellen kann.
Für Kinder, deren Haustier gestorben ist
Lieber Max, ich weiß, dass Krümel dein allerbester Freund war. Er hatte ein tolles Leben bei dir – mit den besten Streicheleinheiten und den längsten Spaziergängen. Krümel wird immer in deinem Herzen bleiben.
Wenn man unsicher ist, ob Beileid angebracht ist
Ich weiß, dass manche Menschen das nicht verstehen – aber ich weiß, wie viel dir Milo bedeutet hat. Dein Schmerz ist berechtigt, und ich bin in Gedanken bei dir.
Eine Trauerkarte zum Verlust eines Haustiers muss keine klassische Trauerkarte sein. Eine schlichte Blankokarte, eine Karte mit Tiermotiv oder sogar eine handgeschriebene Notiz auf schönem Papier sind genauso passend. Entscheidend ist die Geste, nicht die Form.
16 Mündliches Beileid
Beileid mündlich aussprechen:Tipps für die Trauerfeier und den persönlichen Kontakt
Neben der schriftlichen Beileidsbekundung gibt es Situationen, in denen du den Hinterbliebenen persönlich begegnest – auf der Trauerfeier, bei der Beerdigung, am Arbeitsplatz oder zufällig auf der Straße. Auch hier gilt: Perfektion ist nicht gefragt, Aufrichtigkeit schon. Viele Menschen haben mehr Angst davor, den Trauernden persönlich zu begegnen, als die Karte zu schreiben – und meiden dann den Kontakt. Das ist verständlich, aber für die Trauernden besonders schmerzhaft.
Auf der Trauerfeier reicht es oft, den Hinterbliebenen kurz die Hand zu drücken, sie in den Arm zu nehmen (wenn die Beziehung es erlaubt) und ein paar ehrliche Worte zu sagen. Wenn dir die Worte fehlen, ist das völlig in Ordnung – ein stilles „Es tut mir so leid“ genügt. Manchmal sagt eine stumme Umarmung mehr als jeder Satz. Die Hauptsache ist, dass du da bist.
Vermeide auch im persönlichen Gespräch Floskeln und Relativierungen. Statt „Wie geht es dir?“ (die Antwort ist offensichtlich) frage lieber „Kann ich etwas für dich tun?“ oder sage einfach „Ich bin froh, dass ich heute hier sein kann.“ Höre zu, wenn der Trauernde reden möchte – und halte die Stille aus, wenn er schweigt. Du musst die Stille nicht füllen.
Ein oft vergessener Punkt: Beileid auch nach der Beerdigung. Viele Trauernde berichten, dass die Wochen und Monate nach der Beerdigung die schwersten sind – wenn die Karten nicht mehr kommen, die Besuche aufhören und der Alltag zurückkehrt. Ein Anruf nach drei Wochen, ein Besuch nach zwei Monaten oder eine Nachricht am Geburtstag des Verstorbenen – das zeigt echte Verbundenheit.
Wenn du jemanden erst nach einiger Zeit wiedersiehst und den Todesfall bisher nur aus der Ferne mitbekommen hast, sprich es ruhig an. Das ist besser, als das Thema zu umgehen – Trauernde spüren es, wenn andere den Tod ihres Angehörigen ignorieren. Einen passenden Trauerspruch für deine Karte findest du jederzeit in unserem Trauersprüche-Ratgeber mit interaktivem Spruch-Finder.
Ein häufiger Fehler: Viele Menschen vermeiden es, den Verstorbenen beim Namen zu nennen – aus Angst, den Trauernden damit zu verletzen. Das Gegenteil ist der Fall. Für Trauernde ist es tröstlich zu hören, dass andere sich an ihren geliebten Menschen erinnern. Sage ruhig „Ich werde Klaus vermissen“ statt „Es tut mir leid für euren Verlust.“
Kurz und aufrichtig
Es tut mir sehr leid. Dein Vater war ein wundervoller Mensch. Ich bin in Gedanken bei dir.
Wenn die Worte fehlen
Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Aber ich möchte, dass du weißt: Ich bin hier.
Mit persönlicher Erinnerung
Ich werde deinen Mann sehr vermissen. Er hat mir damals so geholfen, als wir eingezogen sind – das vergesse ich nie.
Beim zufälligen Wiedersehen
Ich habe von deiner Mutter gehört. Das wollte ich dir schon lange sagen: Ich denke oft an euch.
Auf der Beerdigung – kurz in der Schlange
Ich bin froh, dass ich heute hier sein kann. Euer Vater hat so vielen Menschen etwas bedeutet. Haltet durch.
Wenn jemand weint
Du musst dich nicht zusammenreißen. Es ist gut, dass du deinen Gefühlen Raum gibst. Ich bin hier.
An Kinder der Verstorbenen
Deine Mama war ein ganz besonderer Mensch – und sie wäre so stolz auf dich. Ich bin jederzeit für dich da, wenn du reden möchtest.
Geteilte Trauer ist halbe Trauer.
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