War es in den 1990er Jahren noch gang und gebe, dass man an die daheimgebliebenen Postkarten mit Urlaubsgrüßen verschickt hat, hat sich das in den letzten Jahren drastisch geändert. Das man beim morgendlichen Öffnen des Briefkastens einen handgeschriebenen Brief oder eine persönlich adressierte Postkarte findet, stellt eine selten gewordene Ausnahme dar. Wenn man dann tatsächlich mal eine Postkarte im Briefkasten findet, so kommt diese dann zumeist von der Tante oder den Großeltern, die gerade ihren Jahresurlaub auf den Balearen oder einer der sieben Ostfriesischen Nordseeinseln verbringen. Anstatt Postkarten werden heute zumeist Fotos mit dem Smartphone geschossene und zusammen mit einem kurzen Urlaubsgruß via WhatsApp an Freunde, Bekannte und Kollegen verschickt. Diese Entwicklung hat dazu geführt, dass die klassische Ansichtskarte vielerorts vom aussterben bedroht ist. Um dieser Entwicklung entgegenzusetzen und den Erhalt der Tradition des Postkartenschreibens zu erhalten, hat der Portugiese Paulo Magalhães  am 14. Juli 2005 das Project Postcrossing ins Leben gerufen. Wenn du in deinem Briefkasten mal wieder Postkarten aus fernen Ländern vorfinden willst, dann stellt Postcrossing eine tolle Möglichkeit dar. Was sich genau hinter dem Projekt Postcrossing verbirgt und wie es funktioniert, erfährst du in diesem Artikel.

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Was ist Postcrossing?

Der Grundgedanke, der sich hinter dem Projekt Postcrossing verbirgt ist der, dass man an einen fremden Menschen eine mit der Hand geschriebene Postkarte schickt und dafür im Gegenzug von einem anderen Menschen eine Postkarte zugeschickt bekommt. Die Internetseite des Projekts lautet postcrossing.com. Um eine einheitliche Kommunikation zwischen den Mitgliedern zu ermöglichen, findet die gesamte Kommunikation des Projekts in englischer Sprache statt. Es gibt auf der Internetseite ein großes Forum, das einen Austausch zwischen den Mitgliedern ermöglicht. Hier gibt es auch ein deutsches Unterforum, in dem man Hilfestellungen in deutscher Sprache erhält. Für Menschen, die der englischen Sprache nicht mächtig sind, ist Postcrossing nur bedingt geeignet. Wobei Postcrossing auf der anderen Seite auch eine tolle Möglichkeit darstellt, um eingerostete Englischkenntnisse wieder auffrischen zu können. Insgesamt nehmen an dem Projekt über 520.000 Menschen aus über 212 verschiedenen Ländern teil. In den zehn Jahren des Bestehens des Projektes wurden über 26 Millionen Postkarten quer durch die Welt geschickt. Der Anteil der deutschen Postcrosser liegt bei ca. 35.000 Menschen. Ein Großteil der Postkartenschreiber ist weiblich.

 

Wie funktioniert Postcrossing?

Wer an dem Projekt Postcrossing teilnehmen will und zum Postcrosser werden will, muss sich auf der Seite postcrossing.com als Mitglied registrieren. Bei der Registrierung muss die Email-Adresse und die Postadresse hinterlegt werden. Selbstverständlich fallen für die Registrierung keine Kosten an. Hat man sich als Mitglied registriert, steht dem Start als Postcrosser nichts mehr im Wege. Das persönliche Profil kann mit persönlichen Informationen und einem Foto versehen werden. Auf persönliche Interessen bspw. hinsichtlich des Ziellandes können die Mitglieder keinen Einfluss nehmen. Die Adresse des Postkartenempfängers erfolgt voll automatisierst über das System. Neben der Empfängeradresse erhalten die Mitglieder durch das System eine einzigartige ID-Nummer. Die ID-Nummer setzt sich aus dem Länderkürzel (für Deutschland bspw. DE) und einer fortlaufenden Zahl (123345). Die Zahl gibt an, um die wievielte verschickte Karte in einem Land es sich handelt. Die ID-Nummer muss auf die Postkarte geschrieben und beim Erhalt der Karte durch den Empfänger auf der Website postcrossing.com registriert werden. Wurde die ID-Nummer durch den Empfänger registriert, wird die Adresse des Absenders freigegeben und per Zufallsprinzip einem anderen Mitglied mitgeteilt. Durch dieses Vorgehen wird sichergestellt, dass nur der jenige eine Postkarte erhält, der auch selber eine Postkarte verschickt hat. Den Mitgliedern steht es frei, wie sie die Postkarten inhaltlich gestalten. Wer sich als Postcrosser registriert, kann zunächst maximal fünf Postkarten gleichzeitig verschicken. Wenn man sich als Postcrosser bewährt, wird das Limit der gleichzeitig versendbaren Postkarten suggestiv auf bis zu 100 Postkarten angehoben. Jeder Postcrosser kann seine erhaltenen Postkarten abfotografieren und im persönlichen Kundenbereich hochladen. Die Postkarten werden dann im Profil des Nutzers in einer Bildergalerie angezeigt und können so von anderen Postcrossern angeschaut und als Favoriten gekennzeichnet werden. 

 

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Grundsätzlich steht es jedem Postcrosser frei, welche Postkarten dieser an andere Mitglieder schickt. Besonders beliebt sind Postkarten mit regionalen Motiven von Landschaften, Gebäuden oder Sehenswürdigkeiten. Darüber hinaus werden häufig Qualitäts-Postkarten von den hiesigen Postkartenverlagen verschickt. Postkarten auf denen Sinnsprüche oder Lebensweisheiten abgebildet sind, sollten auf der Rückseite der Karte ins englische Übersetzt werden. Beim Kauf der Postkarten sollte man darauf achten, dass die Karten mindestens eine Grammatur von 330 g/m2 haben. Bei Postkarten die ein geringeres Gewicht haben, besteht das Risiko, dass die Karte auf ihrer Reise durch die Welt beschädigt oder gar zerstört wird. Außerdem wirkt eine Karte mit einem dünnen Karton oftmals minderwertig. Um zusätzlich zu vermeiden, dass die Postkarte beim Transport beschädigt wird, bieten wir bei uns im Postkarten Shop ausgewählte Postkartensets an, die sich auch besonders gut fürs Postcrossing eignen. Jedes Postkartenset enthält neben 10 Postkarten noch 10 hochwertige Kuverts, die eine Grammatur von 120 g/m2 haben.

 

Hat man sich ein schönes Reservoir an Postkarten zusammengestellt, stellt sich eigentlich nur noch die Frage, was man auf die Postkarte schreiben soll. Am besten schreibt man doch einfach über sich selber. Dabei kann man sich an den W-Fragen orientieren: Wer bin ich? Wo komm her? Warum nehme ich an Postcrossing teil? Was wünsche ich mir für die Zukunft? Die fertig geschriebene Postkarte gilt es nun mit einer passenden Briefmarke zu frankieren. Das Porto für eine Briefmarke ins Ausland beträgt 0,80 € (Stand 06/2015). Bei der Adresse des Empfängers muss unbedingt das Land mit angegeben werden, in das die Postkarte geschickt werden soll. Das Empfängerland kann in deutscher, englischer oder französischer Sprache angegeben werden.